Prednisolon – Glukokortikoid bei Entzündungen & Allergien
Prednisolon ist ein synthetisches Glukokortikoid mit starker entzündungshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Es wird bei zahlreichen entzündlichen, allergischen und autoimmunen Erkrankungen eingesetzt.
Steckbrief
Wirkstoff
Prednisolon
Wirkstoffklasse
Glukokortikoid
Relative Potenz
4× stärker als Cortisol
Darreichungsformen
Tabletten (1 mg, 5 mg, 10 mg, 20 mg, 50 mg)
Rezeptpflicht
Ja (verschreibungspflichtig)
Was ist Prednisolon?
Prednisolon ist ein synthetisches Glukokortikoid, das dem körpereigenen Cortisol ähnelt, aber 4-mal stärker wirkt. Es ist eines der meistverordneten Kortisonpräparate in Deutschland.
Breites Anwendungsspektrum
Entzündliche Erkrankungen (Rheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), allergische Reaktionen, Asthma, Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Lupus), Hautkrankheiten und nach Organtransplantation. Der Arzt entscheidet über die Verordnung.
Wirkmechanismus
Prednisolon bindet an den Glukokortikoid-Rezeptor im Zellkern und moduliert die Genexpression. Es hemmt Entzündungsmediatoren (Zytokine, Prostaglandine), unterdrückt die Immunantwort und stabilisiert Zellmembranen.
Prednisolon vs. Prednison
Prednison wird in der Leber zu Prednisolon umgewandelt (aktive Form). Bei eingeschränkter Leberfunktion wird direkt Prednisolon bevorzugt, da es keiner Aktivierung bedarf.
Nebenwirkungen bei Langzeittherapie
Bei kurzzeitiger Anwendung (wenige Tage) sind schwere Nebenwirkungen selten. Bei Langzeittherapie können erhebliche Nebenwirkungen auftreten.
Cushing-Syndrom
Bei langfristiger Einnahme hoher Dosen können typische Cushing-Zeichen auftreten: Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Stammfettsucht, dünne Haut, Striae.
Osteoporose
Glukokortikoide hemmen den Knochenaufbau und fördern den Knochenabbau. Bei Langzeittherapie wird häufig Calcium/Vitamin D und ggf. ein Bisphosphonat verordnet.
Blutzuckererhöhung
Prednisolon kann die Insulinresistenz steigern und den Blutzucker erhöhen. Diabetiker benötigen häufig eine Anpassung der Diabetestherapie.
Wichtige Hinweise
- Prednisolon darf nach Langzeittherapie (>2 Wochen) niemals abrupt abgesetzt werden. Schrittweises Ausschleichen ist Pflicht, um eine Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Krise) zu vermeiden.
- Langfristige Anwendung erhöht das Infektionsrisiko, da die Immunabwehr unterdrückt wird. Impfungen sollten vor Therapiebeginn aktuell sein.
- Bei Diabetikern engmaschige Blutzuckerkontrollen erforderlich – Prednisolon kann den Blutzucker erheblich erhöhen.
Geprüft von Docto24 Ärzteteam · Letzte Aktualisierung: 01.03.2026
Dieser Artikel wurde von approbierten Ärzten auf medizinische Richtigkeit überprüft.
Häufig gestellte Fragen
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Ärztliche Beratung
Lassen Sie sich beraten, ob Prednisolon für Sie geeignet ist. Der Arzt entscheidet individuell über die Verordnung.
Jetzt Beratung startenPflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.Prednisolon ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die Entscheidung über eine Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.