Wegovy vs. Mounjaro -- Zwei Abnehmspritzen im Vergleich
Wegovy (Semaglutid 2,4 mg) und Mounjaro (Tirzepatid) sind die beiden wirksamsten medikamentösen Optionen zur Gewichtsreduktion bei Adipositas. Beide werden einmal wöchentlich injiziert, unterscheiden sich jedoch im Wirkmechanismus und in der Studienlage. Der Arzt entscheidet nach individueller Prüfung, welches Präparat geeignet ist.
Im Überblick
Wegovy
Wirkstoff: Semaglutid
- GLP-1-Rezeptoragonist
- Zugelassen für Adipositas (BMI >= 30 oder >= 27 mit Komorbiditäten)
- Maximaldosis: 2,4 mg pro Woche
- STEP-Studien: ca. 15 % Gewichtsreduktion
- Hersteller: Novo Nordisk
Mounjaro
Wirkstoff: Tirzepatid
- Dualer GIP/GLP-1-Rezeptoragonist
- Adipositas-Zulassung als Zepbound (USA), EU-Verfahren läuft
- Maximaldosis: 15 mg pro Woche
- SURMOUNT-Studien: ca. 20–22 % Gewichtsreduktion
- Hersteller: Eli Lilly
Detailvergleich
| Kriterium | Wegovy | Mounjaro |
|---|---|---|
| Wirkungseintritt | Gewichtsreduktion ab ca. 4–8 Wochen spürbar. Volles Potenzial nach Erreichen der Zieldosis (ca. 16 Wochen Auftitration). | Gewichtsreduktion ab ca. 4–8 Wochen. Auftitration über ca. 20 Wochen bis zur Zieldosis. |
| Wirkdauer | Halbwertszeit ca. 1 Woche. Einmal wöchentliche subkutane Injektion. | Halbwertszeit ca. 5 Tage. Einmal wöchentliche subkutane Injektion. |
| Dosierung | Start: 0,25 mg. Stufenweise Steigerung über 16 Wochen. Zieldosis: 2,4 mg/Woche. | Start: 2,5 mg. Stufenweise Steigerung alle 4 Wochen. Zieldosis: 5, 10 oder 15 mg/Woche. |
| Nebenwirkungen | Häufig: Übelkeit (ca. 44 %), Durchfall, Erbrechen, Verstopfung. Meist vorübergehend und dosisabhängig. | Häufig: Übelkeit (ca. 25–30 %), Durchfall, Verstopfung, verminderter Appetit. Tendenziell etwas seltener als bei Wegovy. |
| Kosten | Ca. 300–400 EUR/Monat. Keine Kassenerstattung (Lifestyle-Arzneimittel, § 34 SGB V). | Ca. 200–350 EUR/Monat. Bei Diabetes erstattungsfähig, für Adipositas Selbstzahler. |
| Verschreibungspflicht | Verschreibungspflichtig. Verordnung bei Adipositas nach ärztlicher Prüfung. | Verschreibungspflichtig. In der EU primär für Diabetes zugelassen, Adipositas-Zulassung erwartet. |
Gemeinsamkeiten
Inkretinbasierte Therapie
Beide Medikamente wirken über das Inkretinsystem und ahmen körpereigene Darmhormone nach. Sie verlangsamen die Magenentleerung, reduzieren den Appetit über zentrale Mechanismen im Gehirn und führen so zu einer deutlichen Kalorienreduktion.
Einmal wöchentliche Injektion
Beide werden als subkutane Injektion mit einem Fertigpen einmal pro Woche verabreicht. Die Selbstinjektion ist unkompliziert und kann in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm erfolgen.
Lebensstiländerung notwendig
Beide Präparate sind als Ergänzung zu kalorienreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität zugelassen. Ohne begleitende Lebensstiländerungen ist die langfristige Wirksamkeit deutlich eingeschränkt.
Langsame Dosissteigerung
Bei beiden Medikamenten wird die Dosis über mehrere Wochen schrittweise erhöht, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu minimieren. Ein zu schnelles Auftitrieren erhöht das Risiko für Übelkeit und Erbrechen.
Wesentliche Unterschiede
Einfacher vs. dualer Wirkmechanismus
Wegovy wirkt ausschließlich am GLP-1-Rezeptor. Mounjaro aktiviert zusätzlich den GIP-Rezeptor (dualer Agonist). Die duale Wirkung von Mounjaro scheint zu einer stärkeren Gewichtsreduktion und einer besseren Verträglichkeit im Vergleich zur alleinigen GLP-1-Stimulation zu führen.
Studienlage zur Gewichtsreduktion
In den STEP-Studien erreichte Wegovy (2,4 mg) eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von ca. 15 %. In den SURMOUNT-Studien erreichte Tirzepatid (15 mg) ca. 20–22 %. Ein direkter Head-to-Head-Vergleich beider Präparate bei Adipositas steht noch aus.
Zulassungsstatus
Wegovy ist seit 2022 in der EU spezifisch für Adipositas zugelassen. Mounjaro ist in der EU für Typ-2-Diabetes zugelassen. Die Adipositas-Zulassung von Tirzepatid (als Zepbound) wird in der EU erwartet. Die Off-Label-Verordnung liegt im ärztlichen Ermessen.
Verträglichkeit
Trotz der höheren Wirksamkeit scheint Mounjaro in Studien eine vergleichbare oder teils bessere Verträglichkeit als Wegovy zu zeigen. Die Übelkeitsraten waren bei Tirzepatid tendenziell niedriger, was möglicherweise auf die zusätzliche GIP-Wirkung zurückzuführen ist.
Geprüft von Docto24 Ärzteteam · Letzte Aktualisierung: 01.03.2026
Dieser Artikel wurde von approbierten Ärzten auf medizinische Richtigkeit überprüft.
Häufig gestellte Fragen
Weiterführende Informationen
Individuelle ärztliche Beratung
Welches Medikament für Sie am besten geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Gesundheitssituation.
Zur ärztlichen BeratungPflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis
Dieser Vergleich dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Alle genannten Medikamente sind verschreibungspflichtig. Die Entscheidung über die Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.