Ibuprofen vs. Paracetamol -- Schmerzmittel im Vergleich
Ibuprofen und Paracetamol sind die zwei meistgekauften rezeptfreien Schmerzmittel in Deutschland. Sie unterscheiden sich grundlegend im Wirkmechanismus: Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend, Paracetamol nicht. Die Wahl des geeigneten Mittels hängt von der Art der Schmerzen und den individuellen Risikofaktoren ab.
Im Überblick
Ibuprofen
Wirkstoff: Ibuprofen
- NSAID (nichtsteroidales Antirheumatikum)
- Analgetisch, antipyretisch und antiphlogistisch
- Rezeptfrei bis 400 mg
- Wirkt auch gegen Entzündungen
- Magenreizend -- nicht nüchtern einnehmen
Paracetamol
Wirkstoff: Paracetamol
- Analgetikum und Antipyretikum
- Keine entzündungshemmende Wirkung
- Rezeptfrei bis 500 mg (max. 10 g Packung)
- Magenverträglich -- kann nüchtern genommen werden
- Lebertoxisch bei Überdosierung
Detailvergleich
| Kriterium | Ibuprofen | Paracetamol |
|---|---|---|
| Wirkungseintritt | Ca. 20–30 Minuten bei nüchterner Einnahme. Empfehlung: mit etwas Flüssigkeit nach einer Mahlzeit. | Ca. 15–30 Minuten. Kann nüchtern eingenommen werden. |
| Wirkdauer | Ca. 4–6 Stunden. | Ca. 4–6 Stunden. |
| Dosierung | 200–400 mg (Selbstmedikation), max. 1200 mg/Tag. Ärztlich: bis 2400 mg/Tag. | 500–1000 mg (Einzeldosis), max. 4000 mg/Tag. Dosierung nach Körpergewicht bei Kindern. |
| Nebenwirkungen | Häufig: Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen. Risiko: Magenulkus, Nierenbelastung, kardiovaskuläres Risiko bei Langzeitanwendung. | Selten bei bestimmungsgemäßem Gebrauch. Hauptrisiko: schwere Leberschäden bei Überdosierung (> 10 g oder > 150 mg/kg). Vorsicht bei Alkoholkonsum. |
| Kosten | Ca. 2–5 EUR für 20 Tabletten (400 mg). Sehr günstig. | Ca. 2–4 EUR für 20 Tabletten (500 mg). Sehr günstig. |
| Verschreibungspflicht | Rezeptfrei bis 400 mg (Packungsgröße max. 50 Stück). Höhere Dosen verschreibungspflichtig. | Rezeptfrei bis 500 mg (Packungsgröße max. 10 g Gesamtmenge). Höhere Dosen verschreibungspflichtig. |
Gemeinsamkeiten
Schmerzlindernd und fiebersenkend
Beide Wirkstoffe besitzen analgetische (schmerzlindernde) und antipyretische (fiebersenkende) Eigenschaften. Sie sind bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber die Mittel der Wahl in der Selbstmedikation.
Rezeptfrei erhältlich
Beide sind in Deutschland in bestimmten Dosierungen und Packungsgrößen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Selbstmedikation sollte auf kurze Zeiträume beschränkt werden (3 Tage bei Fieber, 4 Tage bei Schmerzen).
Nicht zur Langzeittherapie geeignet
Ohne ärztliche Begleitung sollten beide Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Bei anhaltenden Schmerzen ist eine ärztliche Abklärung der Ursache wichtig.
Weit verbreiteter Einsatz
Beide gehören zu den meistverkauften OTC-Medikamenten in Deutschland. Sie sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: Tabletten, Saft, Zäpfchen, Brausetabletten und Weichkapseln.
Wesentliche Unterschiede
Entzündungshemmung
Der wichtigste Unterschied: Ibuprofen wirkt antiphlogistisch (entzündungshemmend), Paracetamol nicht. Deshalb ist Ibuprofen bei entzündungsbedingten Schmerzen (z. B. Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen, Sportverletzungen) in der Regel wirksamer.
Magenverträglichkeit
Paracetamol ist deutlich magenverträglicher als Ibuprofen. Ibuprofen hemmt die schützende Prostaglandinsynthese in der Magenschleimhaut und kann Sodbrennen, Magenschmerzen und bei Langzeitanwendung Magenulzera verursachen. Paracetamol kann auch nüchtern eingenommen werden.
Lebertoxizität
Die größte Gefahr bei Paracetamol ist die Überdosierung: Bereits ab ca. 10 g (oder 150 mg/kg) können schwere, potenziell tödliche Leberschäden auftreten. Ibuprofen hat kein vergleichbares Risiko für Lebertoxizität, belastet dafür Magen und Nieren.
Eignung in der Schwangerschaft
Paracetamol gilt als Schmerzmittel der Wahl in der Schwangerschaft (alle Trimester). Ibuprofen ist im 3. Trimester kontraindiziert und sollte im 1. und 2. Trimester nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Geprüft von Docto24 Ärzteteam · Letzte Aktualisierung: 01.03.2026
Dieser Artikel wurde von approbierten Ärzten auf medizinische Richtigkeit überprüft.
Häufig gestellte Fragen
Weiterführende Informationen
Individuelle ärztliche Beratung
Welches Medikament für Sie am besten geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Gesundheitssituation.
Zur ärztlichen BeratungPflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis
Dieser Vergleich dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Alle genannten Medikamente sind verschreibungspflichtig. Die Entscheidung über die Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.